Auswertung FLINTA*-Skatetag

Nach dem Skatetag wurde es erst einmal ruhig. Nifty MC hat ein Statement veröffentlicht, zu dem wir uns nicht direkt geäußert haben. Wir unterstützen das Statement und kämpfen weiterhin aktiv gegen Sexismus, Mackertum und cis-männliche Dominanz. Ganz egal, ob beim Skaten, in Musik und Subkultur oder ganz im Allgemeinen. Lasst uns uns gegenseitig empowern!

Der FLINTA-Skatetag ist innerhalb kurzer Zeit und von einer kleinen Orga-Gruppe auf die Beine gestellt worden. Ein nervenaufreibender und anstrengender Prozess, der angetrieben von unserer Motivation, zu einem gut organisierten und coolen Tag für FLINTA geführt hat.

Am FLINTA*-Skatetag kamen neben Empowerment, Spaß und vielen neuen Erfahrungen, aber leider auch Frustration, Einschüchterung und Wut zusammen. Dennoch konnten wir uns vernetzen, mit der Zeit Raum im Skatepark einnehmen und durch die Workshops neue Tricks ausprobieren und lernen. Wir haben uns empowert und sind trotz aller Schwierigkeiten zusammengwachsen.

Wir zeigen mit dieser Momentaufnahme vor allem Perspektiven und Erfahrungen von FLINTA* auf. Wir geben ihnen Raum und reflektieren das Geschehen des FLINTA* – Skatetags. Wir planen eine aktive Auseinandersetzung im Skatepark mit der Hermsdorfer Skatecommunity ab Frühjahr 2022. In aller Ruhe wollen wir über die Ereignisse vom FLINTA* – Skatetag reden und die Kommunikationsschwierigkeiten im Vorfeld aufarbeiten.

Wir freuen uns über weitere Interessierte. Für einen FLINTA*-Skatetag 2.0 oder die Aufabreitung vor Ort. Schreibt uns bei Fragen und Anregungen gern an: info@ais-shk.de oder via Insta und Facebook.

Eure Skatetag-Orgacrew <3

Hier findet ihr außerdem noch Impressionen einiger Teilnehmer*innen:

“Ich fand es sehr schön im Kontext des Skatens so viele liebe Menschen kennenzulernen und die gegenseitige Unterstützung zu spüren. Vor allem die Hilfe der beiden Fortgeschrittenen hat mir sehr geholfen und dank ihnen habe ich einige neue Tricks gelernt. Anfänglich viel es mir schwer mich auf das Board zu trauen, da die männlich gelesenen Personen einfach sehr viel Raum einnahmen und auch wenig Verständnis und Einsicht zeigten” (Annonym, 23)

“Ein FLINTA-Skatetag war wichtig, um mich das erste Mal in einem Skatepark ausprobieren zu können. Häufig sind die Skateparks voll von oberfreien cis-duds die blöde Sprüche klopfen, wodurch ich mich da nie hin getraut habe. Umso wütender hat es mich gemacht, dass sich die örtliche Skategruppe gezielt an diesem Tag, zu dieser Zeit im Park getroffen hat. Ich war auch wütend über mein eigenes Gefühl der Ernüchterung und Ohnmacht. Zum Glück war ich damit nicht allein, wir konnten uns vor Ort richtig gut austauschen und unterstützen. Später hat sich alles ein wenig gelockert. Wir haben uns etwas ausprobiert und Tipps und Tricks geteilt. Wir haben uns vernetzt und sind als skatende FLINTA-Struktur gewachsen! Das zeigt mir, wie stark wir als Gruppe sind und das wir nicht unterzukriegen sind! Das ist das wichtigste für mich! Wir kämpfen weiter gegen Patriarchat und Unterdrückungsstrukturen! Wir sind laut und present!” (Annonym, 20)

„Flinta-Skatetag in Hermsdorf…da mussten wir unbedingt hin. Als wir im Skatepark angekommen sind waren wir zunächst etwas irritiert, da das Gesamtbild doch sehr geprägt war von nicht flinta Personen, welche sich viel Raum genommen haben. Dies hat uns gleich die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen gezeigt, doch zum Skaten erst mal nicht so viel Lust gemacht. Die anfängliche Unsicherheit ist dann aber recht schnell gewichen, denn die super Mukke, die tollen Transpis zum empowern und mit Regenbögen, das leckere Essen und die mega sympathischen Leute haben motiviert, den Skatepark etwas an sich zu reißen. Das hat uns dann auch echt Spaß gemacht und dazu konnten wir tolle Kontakte knüpfen. Ein sehr gelungener Tag. Trotzdem ist es ärgerlich, daß sich flinta so oft überwinden müssen und sich oft ein freies Plätzchen suchen, während Typen sich selbstverständlich wie Platzhirsche verhalten und dazu oft Unverständnis für solche Aktionen zeigen. Von daher…gerne mehr davon💪🌈 🏳️‍🌈“ (Laura, 31 und Paula, 37)

„Als weder erfahrene noch erprobte Skateboarderin war ich gespannt auf das Event. Obwohl es zu Beginn etwas holprig war, löste sich die anfängliche Zurückhaltung auf und Hemmnisse wurden abgebaut. Aus Perspektive einer Person, die im Awareness-Team tätig war, gibt es positiverweise festzuhalten, dass es keine Vorkommnisse gab. Auch im Nachhinein wurden wir nicht noch mal kontaktiert.“ (Elli, 28)

„Erst war ich so ‘n bisschen überrascht, dass so viele Jungs da waren, weil ich dachte, da seien nur Mädchen. Und dann fand ich es toll, weil wir noch Eis essen gegangen sind. Ich fand’s toll, dass ich mich selbst getraut habe, so einen kleinen Berg runter zu fahren. Und ich habe schon versucht, zu springen.” (Judith, 8 Jahre)

“Ich bin mit drei Freundinnen gekommen. Als wir ankamen, war ich überrascht, wie viele Leute da waren, damit hatte ich nicht gerechnet. Als ich sah, dass es auch echt viele cis-Männer/Jungs waren, dachte ich: “na toll, ich dachte hier sind nur Frauen, Queers und andere FLINTA”. Denn ich hatte gehofft, endlich mal “unter uns” zu sein, ohne so viele Profis und Männer. Leider war es durch die Fülle der Leute für mich und meine Freundinnen als Anfänger*innen etwas eng, um einfach nur mal auf dem Board zu stehen/ zu rollen. Also haben wir uns nebenan einfach was gesucht. Das war auch cool. Insgesamt war es voll der schöne Nachmittag, mit vielen coolen FLINTAs, Mucke und lecker Essen mal auf’m Skateplatz zu sein.” (Johanna, 32 Jahre)

„Ich habe mich an dem Tag im Skatepark so mittelmäßig wohlgefühlt. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass “die anderen” es cool fanden, dass wir da sind und sie uns ermutigen wollten, den Skatepark zu nutzen und uns auszuprobieren. Aber ich muss auch sagen, dass uns viel durchgehen gelassen wurde. Wir waren teilweise 20-30 Minuten an einer Stelle und haben damit die Benutzung dieses Teils durch andere stark eingeschränkt. Und das wurde akzeptiert. Oder es wurde nach einer Weile freundlich gefragt, ob wir wieder an eine andere Stelle gehen können. Aber natürlich ist auch nicht zu vernachlässigen, welche Wirkung es hat, wenn viele andere Leute im Park sind, die offensichtlich ein viel höheres Niveau haben. Das kann schon einschüchternd wirken. Für mich persönlich ziehe ich ein positives Fazit für den Tag: Ich habe mich, vor allem auch dank lieber Motivation, einiges an dem Tag getraut, was ich alleine nicht so easy gemacht hätte :)“ (Lea, 28)

„Das schöne Wetter und der Flinta* Skatetag haben sehr viele Menschen in den Skatepark gelockt, nicht nur die explizit eingeladenen Flinta* Personen. Der kleine Platz war schnell voll, was die Schwelle einen Raum für sich einzunehmen vergrößert hat. Aber dadurch ist auch die Möglichkeit entstanden, miteinander zu reden und die Auseinandersetzung anzugehen und zu lösen. Ich bin froh, dass alle die da waren, sich getraut haben, die Schwelle zu überwinden. Damit das zum Alltag wird, braucht es Veranstaltungen wie diese und gerne mehr davon!!!
Insgesamt habe ich mich sehr gefreut, so viele Nette Skater*innen zu treffen! Also hört nicht auf zu skaten, teilt euch den Raum und respektiert und helft euch weiter alle gegenseitig, egal wer ihr seid!“ (Lea, 22)

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